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Schiffe als Kapitalanlage

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Aktuelle Entwicklungen im Containerverkehrs- und Chartermarkt (März 2012)

Bilanz für 2011: Schlechtes Jahr für Containerliniengesellschaften
Die Nachricht über die hohen Verluste der Containerschifffahrtsgesellschaften im letzten Jahr (insgesamt 6 Mrd. US$) kommt für die Branche nicht wirklich überraschend. Ursächlich für diese Entwicklung waren die sinkenden Frachtraten sowie die gestiegenen Treibstoffkosten. Verglichen mit den Verlusten aus 2009 mit 13,4 Mrd. US$, ist das Ergebnis jedoch verhältnismäßig moderat zu deuten.
 
Seit dem zweiten Quartal letzten Jahres war der Schifffahrtsmarkt für Container geprägt von einem rücksichtslosen Kampf um Marktanteile. Die Analysten von Drewry haben dabei festgestellt, dass nur vier (SITC, OOCL, Hapag Lloyd und CMA CGM) der Top 22 Gesellschaften im letzten Jahr schwarze Zahlen schrieben und eine Liniengesellschaft - die malaysische MISC - beschloss sogar, ihre Aktivitäten im Geschäftsbereich "Containerschiffe" einzustellen. Nach einem Verlust von 789 Mio. US$ innerhalb der letzten drei Jahre sah sich die Geschäftsführung nun zu diesem Schritt gezwungen.
 
Strittig ist, ob diese negativen Entwicklungen im letzten Jahr hätten vermieden oder zumindest abgefedert werden können. Nur wenige Gesellschaften wie beispielsweise die Reederei OOCL verzichteten darauf, mit dem Strom zu schwimmen, indem sie Transportaufträge nicht mehr annahmen, anstatt ihre Schiffe mit Verlusten zu betreiben. Die neu bestellte Schiffsserie von Maersk mit je 18.000 TEU Schiffen setzte die anderen Gesellschaften stark unter Druck. Die Wettbewerber sahen sich gezwungen, die Planung für ihre Handelsrouten Asien-Europa zu überarbeiten, ohne dass die neu bestellten Einheiten überhaupt zur Flotte hinzugekommen wären.
 
Ende letzten Jahres wurde laut den Analysten von AXS Alphaliner  die Bodenbildung erreicht und seit Anfang 2012 steigen die Frachtraten auf den Haupthandelsrouten wieder. Dieser Aufwärtstrend scheint sich in den nächsten Wochen weiter fortzusetzen und wird auch durch den erstmaligen Anstieg der Raten seit Monaten unterstrichen.
 
Inaktive Tonnage schrumpft das erste Mal seit sieben Monaten
Die Zurückhaltung bei der Bestellung neuer Schiffe aus den letzten Monaten hielt auch im März an. Unter den wenigen Neubestellungen befinden sich keine Containerriesen mehr, sondern ausschließlich Einheiten für den Einsatz im Feederverkehr. Für den Zeitraum 10.-13. KW meldete Fearnleys Weekly 10 neu bestellte Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von insgesamt 17.600 TEU.  Unter den 10 Schiffen befinden sich 6 Schiffe mit einer Kapazität von je 2.200 TEU, in Auftrag gegeben durch die Reederei Ningbo Ocean sowie 4 Schiffe mit einer Kapazität von je 1.100 TEU, in Auftrag gegeben durch die Reederei Lombar.
 
Dem wöchentlichen Newsletter von Alphaliner zufolge ist die inaktive Containerkapazität in den letzten beiden Märzwochen von 913.000 TEU (Stand Mitte März) auf 838.000 TEU (Stand 26. März 2012) zurückgegangen. Damit betrug die inaktive Tonnage Ende März 5,3% der Containerflotte und ist damit im Vergleich zur Mitte des Monats um einen halben Prozentpunkt zurückgegangen. Ursächlich für diesen Rückgang sind die Maßnahmen der Gesellschaften, inaktive Schiffe für die Hauptsaison im Sommer wieder in Betrieb zu nehmen.
 
Die Anzahl der inaktiven Containerriesen (VLCS) mit über 7.500 TEU ist von 18 auf 12 Einheiten in den vergangenen zwei Wochen zurückgegangen. Die Analysten von Alphaliner gehen davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird und die VLCS-Flotte voraussichtlich bis Anfang Mai sich vollständig wieder im Einsatz befindet. Dies deckt sich mit der Lieferung von 11 neuen Containerschiffen mit je 13.000-14.000 TEU im März. Alle diese Schiffe sollen auf Langstrecken-Diensten in der Sommer-Saison eingesetzt werden.
 
Raten im März - Anzeichen für Ende des Abwärtstrends
Im ersten Quartal 2012 entwickelten sich die Charterraten recht unterschiedlich. Insgesamt sank der Howe Robinson Container-Index seit Dezember 2011 um 1,3% und verzeichnete Ende März 2012 einen Stand von rund 470 Punkten und stieg somit im Vergleich zum Vormonat um 1,9%. Im Monatsdurchschnitt bewegten sich die Charterratenveränderungen im März zwischen -3,6% und +8,5%.
 
Clarkson hingegen weist im März über alle Größenklassen hinweg steigende Charterraten aus. Demzufolge gibt es erste Anzeichen für ein Ende des Abwärtstrends der vergangenen Monate.
 
Schiffe oberhalb von 3.000 TEU
Der Chartermarkt für Schiffe oberhalb von 3.000 TEU entwickelte sich im März laut Howe Robinson positiv. Vergleicht man die Monatsendraten zwischen Februar und März, so stiegen die Charterraten für den Schiffstyp 3.500 TEU um 6,9%. Für den Typ 4.500 TEU verzeichneten sie einen Anstieg um 6,1%. Ende März 2011 wurde für den Typ 4.500 TEU ohne Ladegeschirr rund US$ 8.700 pro Tag erzielt. Der Indikator für Schiffe mit 3.500 TEU betrug Ende März US$ 7.750 pro Tag, beide lagen somit US$ 500 höher. Bei einer quartalsweisen Betrachtung haben die Raten damit um 19,2% für den Typ mit 3.500 TEU bzw. 2,4% für den Typ mit 4.500 TEU zugelegt.
 
Clarkson zufolge stieg der Index für Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von 3.500 TEU ohne Ladegeschirr um 20,0%, lag aber dennoch mit US$ 7.500 pro Tag insgesamt unter den Angaben von Howe Robinson. Der Typ mit 4.400 TEU stieg mit 3,0% nicht ganz so stark. Im Monatsdurchschnitt meldet Clarkson für diesen Typ weiterhin US$ 8.500 pro Tag.
 
Schiffe von 2.000 bis 3.000 TEU
Der Rückgang der Monatsdurchschnittsraten in der Größenklasse von 2.000 bis 3.000 TEU (ca. 1.500 – 2.300 TEU bei homogener Beladung mit 14 t/TEU) betrug bis zu -3,6%. Die Klasse 2.080 TEU ohne Ladegeschirr erzielte bei Neuverträgen Ende März bei knapp US$ 6.750 pro Tag und blieb damit unverändert. Die Rate für das Segment 2.500 TEU und eigenem Ladegeschirr verzeichnete Ende März einen moderaten Rückgang um -0,7% auf US$ 7.000 pro Tag. Der größte Typ dieses Größenklassensegments mit 2.800 TEU wies einen Rückgang von -3,6% auf und erzielte Ende März eine Rate von US$ 6.750 pro Tag.
 
Die Daten von Clarkson zeigen positive Veränderungen der Tagesraten im Vergleich zum Vormonat auf. Die Einheiten mit 2.750 TEU konnten im Monatsmittel US$ 7.100 pro Tag erzielen, was einem Plus von 1,4% entspricht. Für die 2.500er-Klasse ist der Monatsmittelwert mit US$ 7.000 pro Tag um 0,7% höher im Vergleich zum Vormonatswert. Die Raten für das Segment 2.000 TEU stiegen um US$ 250 auf US$ 6.500 pro Tag und waren damit um 4% höher im Vergleich zum März 2012.
 
Schiffe um die 1.700 TEU
Die Entwicklung bei Vollcontainerschiffen in der Größenklasse 1.000 - 2.000 TEU (entsprechend rd. 600 - 1.300 TEU bei gleichmäßiger Beladung mit Containern von 14 t Gewicht) fiel im März im Durchschnitt positiv aus. Die Indexreihe mit 1.000 TEU zeigte keine Veränderung zum Vormonat und beläuft sich im Monatsdurchschnitt weiterhin auf US$ 4.500. Die Raten der anderen Typen in diesem Segment erfuhren im Monatsdurchschnitt Veränderungen zwischen -0,9% und +8,5%. Nach den neuesten Zahlen konnten Schiffe mit rund 1.100 nominalen Stellplätzen ohne Ladegeschirr Ende März US$ 7.700 pro Tag und damit im Durchschnitt 8,5% mehr als im Februar erzielen. Die Raten des Typs 1.100 TEU mit Ladegeschirr verzeichneten einen geringen Rückgang um 0,9% auf US$ 5.250. Die Rate für die Klasse mit 1.300 TEU Einheiten blieb unverändert bei US$ 6.600 pro Tag. Die Typen mit 1.700 TEU und eigenem Ladegeschirr verzeichneten im Monatsdurchschnitt 4,0% höhere Raten als im Februar und belief sich auf US$ 6.500 pro Tag).
 
Auch Clarkson vermeldet in diesem Segment steigende Raten im Vergleich zum Vormonat. Demzufolge konnte der Typ der 1.700 TEU-Schiffe im März durchschnittlich US$ 6.400 erzielen und lag damit 2,4% über dem Vormonatsniveau. Beim Typ 1.000 TEU stieg die Rate um 3,8% auf US$ 5.400 pro Tag.
 
Schiffe von 500 bis 1000 TEU
Die Raten am Chartermarkt für Schiffe der Klasse von 500 - 1.000 TEU (ca. 300 - 600 TEU bei homogener Beladung mit 14 t/TEU) veränderten sich zwischen -2,4% und +5,5%. Beim Typ mit 650 TEU mit eigenem Ladegeschirr gab es im Monatsdurchschnitt einen Zuwachs um 5,5% im Vergleich zum Februar. Bei den leicht größeren 700 TEU Einheiten ohne Geschirr war ein Rückgang um 2,4% zum Vormonat zu beobachten. Die Rate für diesen Typ lag damit Ende März bei US$ 4.100 pro Tag.
 
Im Monatsmittel gibt Clarkson für 725-TEU-Schiffe eine Rate von US$ 4.300 an, so dass im März für solche Schiffe eine Steigerung der Rate um 1,2% realisiert wurde.
 
Schiffe bis 500 TEU
Für ein Schiff mit 350 nominalen Stellplätzen meldet Clarkson Research im Monatsdurchschnitt ein steigendes Ratenniveau um 1,4% auf US$ 3.500.