Kulinarische Herausforderung
Anfang März hatten wir die Gelegenheit, gemeinsam mit Vertretern der Norddeutschen Landesbank, der Reederei Hartmann und weiteren Vertriebskollegen auf einer Reise durch die Küstenregion Chinas, die eine oder andere Werft zu be-sichtigen, sowie zwei Schiffe aus der Kom-bifondsserie zu taufen. Kulinarisch von Ort zu Ort eine neue Erfahrung: Statt des von uns bevorzugten Grilltellers, gab es Dreh-teller. Auf dieser asiatisch typischen dreh-baren Tischplatte, waren einige Gerichte, denen man kaum etwas uns Europäern Bekanntes zuordnen konnte. „Wagemutige vor, lecker, lecker Drehteller!“, hieß es nur.
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Unsere Vorstellungen von chinesischen Werften mussten wir dann doch in einigen Punkten revidieren. Während die technischen Ausstattungen und Geräte auf dem neusten Stand waren – dementsprechend gut ist auch die Bauqualität - hätte die Berufsgenossenschaft vor Ort wahrscheinlich angesichts der Gerüste aus Bambus und einiger andere Dinge kollabiert. Die Arbeitsbedingungen sind halt nicht mit deutschen Werften zu vergleichen. Be-trachtet man jedoch das Verhältnis der chinesischen Baupreise zur Bauqualität, so konnten wir einhellig feststellen, dass „Made in China“ heutzutage im Schiffsbau keine Mangelware auszeichnet, sondern zu günstigen Preisen (fast 50% günstiger als deutsche Werften) tatsächlich Qualität abgeliefert wird. Auf Schönheit wird hier vielleicht nicht so geachtet, aber es handelt es sich ja nicht um eine „Queen Mary“, sondern um einen Bulker bzw. um ein Containerschiff, und dieser Ladung ist es relativ egal, ob das Schiff rot oder braun ist!
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Da wir jeden Tag mehrere 100 Kilometer zurückgelegt haben und fast jeden Tag in einem anderen Hotel untergebracht waren, fiel die Orientierung nach Region, Werft, Stockwerk und Zimmernummer ab dem 4. Tag zunehmend schwerer.
Nichtsdestotrotz ist Herr Hoop mit einem Bündel von Eindrücken und einem Schlafdefizit von ca. 20 Stunden zurückgekommen. Er ist sich sicherer denn je, dass der Nachholbedarf in den bereisten Regionen so gigantisch ist, dass man sich nur schwer vorstellen kann, wie die chinesische Regierung das Wachstum auf unter 10 % drücken könnte.
Mit dem MS „Frisia Inn“ haben wir das siebte Schiff einer Zehnerserie auf einer Werft getauft, die 2004 nur auf dem Papier bestand. Zur Zeit ist auf dieser Werft das Dock für den von der Reederei Hartmann bestellte Babycapesize Bulker (118.000 tdw) in Bau.
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... ist es vielleicht nicht zwischen den Werftarbeitern und der deutschen Bau-aufsicht, aber anscheinend ist es unabdingbar, hier mit mehreren fachkundigen Augen vor Ort dabei zu sein. Es gehört schon Mut, Weitsicht, eine aufmerksame Bauaufsicht und eine gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung vor Ort dazu, um auf diesen Werften erstklassige Qualität mit fristgerechter Ablieferung zu erzielen. Dies ist wahr-scheinlich auch der Grund, warum auf anderen Werften zum Teil die Lieferpläne nicht eingehalten werden können. Letzt-endlich ist es der Hartnäckigkeit und Ausdauer der Bausaufsicht (Mitarbeiter der Hartmann Reederei und des Germa-nischen Lloyd vor Ort) zu verdanken, dass ein Schiff wie das MS „Handorf“ ca. 6 Wochen früher als geplant an den Charterer Daewoo übergeben wurde.
Die „Preußen“ in Süd-Ost Asien
Zum Schluss der Reise hatten wir dann die Gelegenheit, das neue Flagschiff der Hartmann Reederei, das MT „Tango“ ein Suezmax-Tanker (150.000 tdw) in Japan zu taufen. Man spricht nicht umsonst von den „Preußen Süd-Ost-Asiens“. Während man uns in China Tage vorher immer sagte: „Bus kommt so gegen...“, waren die Ansagen in Japan jeweils: „Wir sind in dreieinhalb Minuten an der Werft“ – das waren wir dann auch. Leider führt auf den japanischen Werften die Spitzenbauqualität zu ebenso hohen Preisen wie auf den deutschen Werften. Da sich die Japaner jedoch auf Spezialschiffe, z.B. Tanker spezialisiert haben und der Dollarkurs uns zur Zeit in Hände spielt, kann es künftig vielleicht möglich sein, ein japanisches Schiff mit einem deutschen Reeder auf dem deutsch KG-Markt zu platzieren.
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Resümee Frank Hoop: “Nachdem sich mein Magen wieder an die europäische Küche gewöhnt hatte, mein Schlafdefizit aufgeholt wurde und ich die Eindrücke halbwegs verarbeitet habe, bin ich mir sicherer denn je, dass der Welthandel und damit die Schifffahrt uns auch in Zukunft einen prosperierenden Markt bescheren wird. Gerade wer immer noch auf Qualitätsprodukte wie aus dem Hause Hartmann setzt und nicht dreimal durchgehandelte und damit überteuerte Schiffe in einen Fonds einbringt, verringert das Risikopotential einer Schiffsbeteiligung während die Chancen meines Erachtens nach zunehmend größer werden.“
Unsere Empfehlung: Hartmann Fonds